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EASA unterstützt Drohnenoperationen in der EU mit neuen EASA Tools

Mit der fünften Ausgabe ihres Innovative Air Mobility Hub (IAM Hub) bringt die EASA neue digitale Werkzeuge an den Start, die Drohnenbetreibern und Behörden die Arbeit deutlich erleichtern sollen. Ziel ist es, die Umsetzung der europäischen Drohnenvorschriften zu vereinfachen, den Informationsaustausch zu fördern und den Weg für innovative Luftmobilität, von professionellen UAS-Einsätzen bis hin zu eVTOLs, weiter zu ebnen.

Im Beitrag werfen wir einen genaueren Blick auf die wichtigsten Neuerungen des IAM Hub. Darunter den EASA Drone Rule Navigator, das neue eSORA-Modul zur automatisierten Risikoanalyse nach SORA 2.5, aktualisierte Bevölkerungsdichtekarten sowie das überarbeitete Drone Economy Dashboard. Außerdem zeigen wir, welche Erkenntnisse sich aus den aktuellen europäischen Drohnenstatistiken ableiten lassen und wie diese Tools die Zukunft der Drohnenoperationen in der EU prägen könnten.

Am 14. Oktober 2025 hat die EASA die fünfte Ausgabe ihres IAM Hub (Innovative Air Mobility Hub) veröffentlicht und dabei das Zentrum für Innovative Luftmobilität um neue Funktionen erweitert. Welche Änderungen genau vorgenommen wurden, schauen wir uns im folgenden Beitrag genauer an.

Der IAM Hub ist eine zentrale Plattform, die die Umsetzung von Drohnenvorschriften vereinfachen und beschleunigen soll. Er erleichtert zudem den Informationsaustausch über Drohnen und Elektroflugzeuge. Der IAM Hub soll nicht nur die sich entwickelnde IAM-Branche, sondern auch nationale und regionale Regierungen unterstützen.
Ein eindeutiges Zeichen das Prozesse erleichtert und übersichtlicher gestaltet werden sollen?

Alle Informationen finden sich auf der Webseite der EASA mit dem Titel: neue „Lösungen“ für Drohnenbetreiber und -Piloten.

Kurzübersicht der neuen Tools

  • EASA Drone Rule Navigator: Ein Regelwerk für Drohnen, das Betreibern unbemannter Luftfahrzeuge (UAS) hilft, die Kategorie ihrer Operation zu bestimmen und die jeweils geltenden Anforderungen zu verstehen (Link)
  • Aktualisierte Bevölkerungsdichtekarten (Population Density Data): Sie unterstützen die Bewertung des Bodenrisikos bei unbemannten Luftfahrtoperationen gemäß den Anforderungen von SORA 2.5, einschließlich einer Erläuterung, wie diese Daten erstellt wurden (Link)
  • eSORA-Modul: Eine automatisierte Version von SORA 2.5, in der ein Betreiber sein unbemanntes Luftfahrzeug aus der EASA-Datenbank auswählen und alle Schritte der SORA durchführen kann: das Zeichnen des Fluggebiets (das System bestimmt automatisch den Operationsbereich und die Bodenrisikopufferzone anhand der gespeicherten Drohnenparameter), die automatische Berechnung der maximalen Bevölkerungsdichte im Operationsgebiet und der durchschnittlichen Dichte im angrenzenden Bereich, die Identifizierung von Gegenmaßnahmen bis hin zur Festlegung des SAIL-Levels.
    Als Ergebnis der Eingabe wird ein Antrag-Entwurf auf Betriebsgenehmigung, sowie eine Übersicht der ergänzenden Unterlagen, die an die nationale Luftfahrtbehörde (NAA) übermittelt werden müssen, ausgegeben.
    Derzeit ist eSORA nur für NAAs verfügbar. Sobald es freigegeben ist, wird es auch Betreibern in dem jeweiligen Land zugänglich gemacht. Im Moment können Drohnenanwender sich schon mit der PDF-Anleitung vertraut machen (Link)
  • Aktualisiertes Wirtschafts-Dashboard (Drone Economy Dashboard): Enthält Daten zu Registrierungen, Zertifikaten und Genehmigungen, die in jedem EASA-Mitgliedsstaat erteilt wurden (Link)


Aktuell ist der EASA Drone Rule Navigator nur ein Auswahlformular, in dem man die Art der Operation angibt und anschließend  Fragen mit „JA“ oder „NEIN“ beantwortet bis man an die Klassifizierung der Drohne sowie den damit verbundenen Risiken zur Ausführung der Operation kommt. Selbst hier werden schon Grafiken eingeblendet wie in diesem Beispiel mit einer C3 Drohne in der A3 Kategorie:

Hier ein Beispiel mit einer C5 Drohne im daraus folgenden STS Szenario. Wir gehen direkt einen Schritt weiter und schauen uns die Auswertung nach Überprüfung an:

Ebenfalls zur Auswertung gehören die Hinweise zu eSora und auch der Verweis auf viele nützliche Links um die Operation und die damit verbundeen Risiken zu verstehen.

Die meisten Operationen außerhalb der offenen Kategorie enden mit diesem Hinweis:
„Die von Ihnen beschriebene Operation weist auf ein hohes Risiko hin. Bitte nutzen Sie das eSORA-Modul…“

Wir sind gespannt wie es sich entwickelt aber es wirkt vielversprechend.

Das eSORA-Modul

Was das eSORA-Modul betrifft, es ist für Anwender aktuell nicht zugänglich, sondern nur für Luftfahrtbehörden wie das LBA, unser polnisches ULC (und andere europäische). Die Bedienungsanleitung gibt erste Einblicke.

Wir werfen einen ersten Blick auf die Statistikdaten. Hierbei gibt zwei Möglichkeiten: Das Drone Economy Dashboard, sowie die Density Map (Bevölkerungsdichtenkarte).

Drone Economy Dashboard

Das Drone Economy Dashboard bietet Statistiken zu Ländern, die nach den EASA-Regeln arbeiten. Sehen wir uns als Beispiel Polen an. Mit dieser CAA hat das Pro Fly Center noch vor anderen Flugschulen die A2 Lizenz ermöglicht.

EASA Drone Economy Dashboard

Die Statistiken zeigen für Polen (aktuell über 403.000 registrierte Betreiber, über 296.000 A1/A3-Piloten und über 43.000 A2-Piloten –Quelle)
Im Vergleich blicken wir auf Deutschland mit: 842 erteilte Genehmigungen, 680.000 registrierte Betreiber, 400.000 A1/A3-Piloten, 25.000 A2-Piloten, aber nur 1.700 Piloten in der STS-Kategorie (in Polen: über 12.700). Trotz der geringeren Zahl an STS-Piloten wirkt der Markt in Deutschland deutlich besser, insbesondere in Bezug auf die Anzahl der erteilten Genehmigungen (in Polen sind es seit Monaten kaum mehr als 5–7 pro Monat).

Bevölkerungsdichtekarte unter SORA 2.5

Zum Schluss noch ein Blick auf die Bevölkerungsdichtekarte unter SORA 2.5, mit der neuen Einteilung in Cluster <5, <50, <500 usw. und einer Clustergröße von 200 × 200 m, um UAS-Operationen bis 150 m Flughöhe abzudecken.

Dank der Zusammenarbeit mit allen Mitgliedstaaten, Copernicus und der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) umfasst der IAM-Hub nun auch Daten zur Bevölkerungsdichte sowie zur Landnutzung in Übereinstimmung mit den entsprechenden EASA-Leitlinien. 
Aktuell kann dieses noch nicht als praktisches Werkzeug genutzt werden, Ein Infofenster zeigt:
„DIESE KARTE DIENT AUSSCHLIESSLICH DEMONSTRATIONSZWECKEN“ – also operativ unbrauchbar.
Aktuell zeigt die Karte nur statische Daten, berücksichtigt weder Tageszeit noch Bevölkerungsbewegungen. Es handelt sich schlicht um statische Informationen über potenziell im Gebiet wohnende Personen.
Wir sind gespannt wie diese Karten Betreibern helfen sollen, Anträge nach SORA 2.5, einzureichen.

EASA-Dichtekarte (SORA 2.5)

Innovative Air Mobility (IAM) Hub

Der nachhaltige Innovative Air Mobility (IAM) Hub ist eine einzigartige digitale Plattform, die vom Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission im Rahmen der Drohnenstrategie 2.0 Flagship 7 ins Leben gerufen wurde, um gesellschaftliche Bedenken auszuräumen und die Einführung neuer Formen der Luftfahrt auf sichere und nachhaltige Weise zu unterstützen. Der IAM Hub soll die sichere, effiziente und nachhaltige Umsetzung innovativer Luftmobilitätsdienste wie den Betrieb von Drohnen und elektrischen Senkrechtstart- und -landefahrzeugen (eVTOL) in Europa erleichtern.

Dazu gehören innovative Dienste wie die Inspektion kritischer Infrastrukturen, medizinische Lieferungen sowie der Transport von Passagieren mit Elektroflugzeugen (eVTOLs). Der IAM-Hub verbindet verschiedene Interessengruppen im europäischen System, darunter Städte, Regionen, nationale Behörden, die EU, Betreiber und Hersteller, und versorgt sie mit umfassenden und aktuellen Informationen, Leitlinien und Daten zu IAM-bezogenen Themen. Der IAM-Hub unterstützt auch die Harmonisierung der EU-Vorschriften und -Verordnungen, die Förderung transparenter und fundierter Informationen über Lärm und Nachhaltigkeit sowie die Kommunikation der Vorteile und Auswirkungen von IAM gegenüber der Öffentlichkeit.

Jetzt können endlich auch wir als UAS-Pilotinnen und -Piloten unseren Nutzen daraus ziehen und das ist erst der Anfang. Wir werden das Thema weiter im Blick behalten und Sie regelmäßig darüber informieren.

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