Die STS-Fernpilotenlizenz in Deutschland – sinnvoll auch ohne STS-Flug?
Professioneller Drohnenbetrieb erfordert mehr als nur Technik, es braucht Struktur, Wissen und Rechtssicherheit.
Die STS-Fernpilotenlizenz nach EU-Verordnung 2019/947 ist der höchste Standard für Drohnenpilot*innen in Europa. Sie befähigt zu Einsätzen in der spezifischen Kategorie, sei es über urbanem Gebiet, außerhalb der Sichtweite oder in komplexen Umgebungen. Aber lohnt es sich, sie zu machen?
Die Antwort: Ja, und wie!
Denn auch individuelle SORA-Genehmigungen, BOS-Einsätze und kommerzielle Drohnenflüge profitieren enorm von dieser Qualifikation. Warum, erfahren Sie hier.
Was ist die STS-Fernpilotenlizenz?
Die Standard-Szenarien (STS) der EU-Drohnenverordnung ermöglichen einen vereinfachten Betrieb in der spezifischen Kategorie, ohne individuelle Risikoanalyse.
In Deutschland sind folgende Szenarien zugelassen:
- STS-01: VLOS-Flüge mit UAS <25 kg über kontrollierten Bodenflächen, auch in Nähe unbeteiligter Personen
- STS-02: BVLOS-Flüge über unbesiedeltem Gebiet mit zusätzlichem Beobachter – bereits national anwendbar
Beide Szenarien erfordern eine theoretische und praktische Schulung sowie eine Konformitätsbewertung des eingesetzten UAS.

STS-Lizenz: Sinnvoll auch ohne STS-Flug?
Selbst wenn Sie keinen Standardflug nach STS-01 oder STS-02 durchführst, bietet die STS-Ausbildung viele Vorteile:
Einstieg in die spezifische Kategorie
Viele Einsätze fallen nicht mehr in die offene Kategorie, z. B. wenn Sie:
- Näher als 150 m an Menschen fliegen
- Eine schwere Drohne (>4 kg) nutzen
- Urban oder BVLOS fliegen
Dann brauchen Sie eine SORA-basierte Betriebsgenehmigung. Hier hilft Ihnen das STS-Wissen massiv weiter.
Anerkennung bei Behörden & Versicherungen
Luftfahrtbehörden prüfen bei Anträgen häufig die Kompetenz der Fernpiloten. Die STS-Lizenz zeigt:
„Dieser Pilot kennt die Anforderungen und kann sicher in der spezifischen Kategorie operieren.“
Das erleichtert Genehmigungsprozesse, verringert Rückfragen und erhöht die Chancen auf Erteilung.
Strukturierter und sicherer Betrieb
Die STS-Ausbildung vermittelt:
- Notfallverfahren, Rollenverteilung & Checklisten
- Flugplanung & Luftraumprüfung
- Logbuchführung & Betriebsdokumentation
Das sorgt für Sicherheit, Effizienz und klare Abläufe auch im täglichen Einsatz.

BOS-Flüge brauchen kein STS-Szenario
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) wie Feuerwehr, Polizei oder THW fliegen nicht unter EU-Drohnenrecht, sondern nach Artikel 14 der EU-Verordnung 2019/947. Sie benötigen keine STS-Zulassung und keine Betriebsgenehmigung, solange sie hoheitlich tätig sind.
Trotzdem sinnvoll: STS als BOS-Schulungsstandard
Viele BOS-Einheiten setzen die STS-Ausbildung als:
- Standard für die interne Qualifikation
- Nachweis gegenüber Öffentlichkeit & Versicherern
- Basis für gemischte Einsätze mit zivilen Dienstleistern
Welche Alternativen zur STS-Ausbildung gibt es und was sind ihre Grenzen?
Nicht alle Drohneneinsätze lassen sich über STS-Szenarien abdecken, insbesondere dann, wenn spezielle Anforderungen oder Drohnentypen zum Einsatz kommen, etwa:
- C3-, C5- oder C6-zertifizierte Drohnen
- Drohnen über 4 kg Startmasse
- BVLOS-Flüge ohne STS-02
- Oder Spezialszenarien, z. B. in der Nähe unbeteiligter Personen
Hierfür gibt es individuelle Genehmigungswege, meist auf Basis eines SORA-Konzepts.
| Alternative | Typische Anwendung | Einschränkungen |
| C3-Drohne in der offenen Kategorie (A3) | Flüge mit bis zu 25 kg, mind. 150 m Abstand zu Wohn-/Industriegebieten | Kein urbaner Betrieb, keine Nähe zu Menschen, keine BVLOS |
| C5-/C6-Drohne mit SORA-Genehmigung | Komplexe Einsätze (z. B. BVLOS, Drohnen >4 kg) | Hoher Genehmigungsaufwand, individuelle Risikoanalyse |
| SORA-basierte Einzelgenehmigung (auch für C3/C5/C6) | Maßgeschneiderte Genehmigungen bei Sonderbetrieb | Umfangreiche Dokumentation und Behördenabstimmung nötig |
| Interne Schulungen (z. B. BOS, Unternehmen) | Organisationseigene Standards | Keine EU-weite Anerkennung, kein standardisiertes STS-Level |
Die STS-Ausbildung ist damit kein Muss aber ein klarer Vorteil.

Fazit: STS ist ein Türöffner für den professionellen Drohnenbetrieb
Ob STS-Szenario oder SORA-Genehmigung, die STS-Ausbildung
- Verschafft Ihnen Anerkennung bei Behörden
- Verbessert Ihre Genehmigungschancen
- Erhöht die Betriebssicherheit
- Und professionalisiert Ihre Organisation
Ein Muss für alle, die in der spezifischen Kategorie sicher, effizient und zukunftssicher fliegen möchten.
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