Die neue Allgemeinverfügung NfL 2026-1-3960 wurde am 14.07.2026 veröffentlicht und tritt am 06.08.2026 in Kraft. Sie bringt spürbare Änderungen für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen (UAS) in Kontrollzonen mit DAS-Flugplatzkontrolle. Für Unternehmen, Behörden und professionelle Fernpiloten bedeutet das mehr Flexibilität, weniger Verwaltungsaufwand und bessere Planbarkeit.
Für diese Kontrollzonen gilt das neue Verfahren
Die Regelung betrifft die Kontrollzonen (CTR) der Flughäfen mit Flugplatzkontrolle der DFS Aviation Services GmbH:
Berlin Brandenburg, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Erfurt-Weimar, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Saarbrücken und Stuttgart.
Für Kontrollzonen anderer Flugsicherungsorganisationen gelten die jeweils dort bekannt gegebenen Verfahren. Die Zuständigkeit ist vor der Planung zu prüfen.
Was sich mit der erweiterten allgemeinen Flugverkehrskontrollfreigabe ändert
Die wichtigste Neuerung ist die erweiterte allgemeine Flugverkehrskontrollfreigabe im Außenbereich der Kontrollzonen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind künftig deutlich mehr Flüge ohne vorherige individuelle Freigabe möglich. Dazu zählen:
- VLOS-Flüge (Flüge in Sichtweite)
- BVLOS-Flüge (Flüge außerhalb der Sichtweite)
- Schwarmflüge (UAS Swarms)
- hindernisnahe Flüge bis 30 Meter seitlich beziehungsweise 15 Meter vertikal von einem Bauwerk

Gerade für Betreiber von Inspektionsdrohnen eröffnet das neue Möglichkeiten bei wiederkehrenden Einsätzen an Bauwerken, Industrieanlagen oder Infrastruktur.
Erstmals sind die Flughöhen im CTR-Außenbereich nach Zonen definiert
Die zulässigen Flughöhen im Außenbereich der Kontrollzone sind klar nach Zonen gestaffelt:
- Zone 2: bis 25 Meter
- Zone 3: bis 45 Meter
- Zone 4: bis 100 Meter über Flugplatzhöhe beziehungsweise 50 Meter über Grund, je nach Geländesituation


Diese Höhen dürfen überschritten werden, wenn sich die Drohne im definierten hindernisnahen Bereich befindet. Damit bleiben Inspektionsflüge an hohen Bauwerken auch dann planbar, wenn das Bauwerk die zonenbezogene Höhe überschreitet.
Vereinfachungen für regelmäßige und identische Einsätze
Betreiber, die regelmäßig identische Missionen durchführen, profitieren von einer weiteren praxisnahen Verbesserung: Für wiederkehrende Flüge am selben Standort kann ein vereinfachtes Verfahren für die Erteilung individueller Flugverkehrskontrollfreigaben eingerichtet werden.
Das reduziert den administrativen Aufwand insbesondere für Unternehmen mit standardisierten Inspektionsaufträgen. Voraussetzung ist, dass Mission und Standort tatsächlich gleichbleiben. Ändern sich Flugweg, Höhe oder Betriebsart, ist die Einordnung erneut zu prüfen.
Diese Sicherheitsvorgaben bleiben unverändert
Trotz der Erleichterungen gelten weiterhin verbindliche Anforderungen:
- Flüge dürfen nur bei ausreichender Bodensicht erfolgen.
- NOTAMs und temporäre Flugbeschränkungen sind vor jedem Einsatz zu prüfen.
- Im Innenbereich der Kontrollzone (Zone 1) bleibt grundsätzlich eine individuelle Flugverkehrskontrollfreigabe erforderlich.
Das vereinfachte Verfahren für wiederkehrende Missionen entbindet nicht von der Prüfung von NOTAMs und Sichtbedingungen.
Was Betreiber vor dem nächsten Flug in einer DAS-Kontrollzone prüfen
Drei Prüfungen bleiben vor jedem Einsatz verbindlich:
- Zone bestimmen. Liegt der geplante Flug im Außenbereich (Zonen 2 bis 4) oder im Innenbereich (Zone 1)? In Zone 1 bleibt grundsätzlich eine individuelle Flugverkehrskontrollfreigabe erforderlich.
- Höhe abgleichen. Passt die geplante Höhe zur Zone — 25 Meter, 45 Meter oder 100 Meter über Flugplatzhöhe beziehungsweise 50 Meter über Grund? Greift der hindernisnahe Bereich mit 30 Metern seitlich und 15 Metern vertikal zum Bauwerk?
- Aktuelle Lage prüfen. Sind NOTAMs und temporäre Flugbeschränkungen ausgewertet, und ist die Bodensicht ausreichend?
Diese drei Schritte gehören in die Flugvorbereitung jedes Einsatzes, auch bei einem eingerichteten vereinfachten Verfahren.
Eine Erleichterung in der CTR ändert nicht die Kategorie Open oder Specific
Mehr Flüge ohne individuelle Freigabe im CTR-Außenbereich erleichtern die Verkehrsfreigabe. Sie verschieben einen Einsatz nicht automatisch aus der offenen in die spezielle Kategorie oder umgekehrt.
VLOS, BVLOS, Schwarmflüge und hindernisnahe Flüge bleiben an die übrigen europäischen und nationalen Vorgaben gebunden. Ein BVLOS-Einsatz, der im CTR-Außenbereich keine individuelle Flugverkehrskontrollfreigabe mehr benötigt, bleibt betrieblich ein BVLOS-Einsatz mit den entsprechenden Anforderungen an Kategorie, Qualifikation und Verfahren.
Wer außerhalb der offenen Kategorie plant, prüft weiterhin STS-01, STS-02 oder eine individuelle Betriebsgenehmigung. Die Grundlagen dazu stehen im Beitrag Wann brauche ich STS? Open Category, Specific Category, VLOS und BVLOS.
Die Regelung zeigt, dass professioneller Drohnenbetrieb weiter standardisiert wird
Die neue Allgemeinverfügung ist ein Schritt in Richtung eines praxisgerechten Drohnenbetriebs. Besonders Betreiber von Inspektions-, Vermessungs- und Infrastrukturprojekten profitieren von den erweiterten Möglichkeiten.
Gleichzeitig wächst die Anforderung an die Betreiberseite: Wer die neuen Möglichkeiten ausschöpfen möchte, muss Zonen, Höhen, hindernisnahe Bereiche und Meldepflichten sicher anwenden können. Die Erleichterung verlagert Verantwortung von der Einzelfreigabe in die eigene Flugvorbereitung.
Fragen zur neuen Allgemeinverfügung? Wir ordnen sie für Ihren Flugbetrieb ein
Als professionelle Flugschule für unbemannte Luftfahrtsysteme informiert ProFlyCenter frühzeitig über gesetzliche Änderungen und bereitet Betreiber praxisnah auf deren Umsetzung vor — ob A2-Fernpilotenzeugnis, STS, Specific Category, BVLOS-Einsätze oder betriebliche Verfahren.
Sie möchten wissen, welche Auswirkungen die Allgemeinverfügung auf Ihren Flugbetrieb hat? Schreiben Sie uns: info@proflycenter.com
Offizielle Quelle: „Allgemeinverfügung zur Erteilung von Flugverkehrskontrollfreigaben für Flüge mit Flugmodellen und unbemannten Luftfahrzeugen in Kontrollzonen mit DAS-Flugplatzkontrolle“, NfL 2026-1-3960, veröffentlicht am 14.07.2026, Inkrafttreten 06.08.2026. Einzusehen über das AIS-Portal der DFS Deutsche Flugsicherung (Nachrichten für Luftfahrer). Information der DFS über das neue Verfahren (PDF)




